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Diagnostik

Verdacht, Kontrolle, Nachsorge

Viele Menschen merken selbst, dass etwas mit ihrer Gesundheit nicht stimmt. Oder es sind ihre Angehörigen, denen Probleme oder Veränderungen auffallen. Für andere kommt der Verdacht auf Krebs dagegen aus heiterem Himmel.

Jeder Krebsverdacht muss durch weitere Untersuchungen bestätigt werden – auch dann, wenn die Anzeichen für einen bösartigen Tumor sehr deutlich sind. Die wichtigsten Fragen sind: Ist es tatsächlich Krebs? Und wenn ja, welche Art von Krebs? Wie weit ist die Krankheit fortgeschritten? Wie geht es den Betroffenen, wie ist der Allgemeinzustand? Denn erst, wenn die Ärztinnen und Ärzte diese Fragen beantworten können und die Diagnose feststeht, kann man die Behandlung planen.

Untersuchungen sind aber nicht nur beim Verdacht auf Krebs wichtig. Sie gehören auch zur Krebsbehandlung und zur Nachsorge: Wie wirksam ist die Behandlung? Bildet sich der Krebs zurück oder gibt es Anzeichen dafür, dass die Erkrankung weiter fortschreitet? Welche Nebenwirkungen hat die Therapie?

Vielleicht haben Sie das auch erlebt: Der Verdacht auf Krebs ist da, es wurden schon Untersuchungen gemacht und trotzdem dauert es Tage oder sogar Wochen bis zum Termin, bei dem Sie mehr erfahren. Das kann sehr frustrierend sein. Auch die Angst ist nachvollziehbar, dass womöglich wertvolle Zeit verloren geht, bis die Behandlung endlich beginnt.

Trotzdem hat es mit dieser Wartezeit seine Ordnung. Bei den meisten Patientinnen und Patienten ist die Krankheit kein Notfall, der sofort behandelt werden müsste. Es bleibt ausreichend Zeit, alle notwendigen Untersuchungen durchzuführen und dann nach der bestmöglichen Behandlung zu suchen. Das gilt auch, wenn es nicht um die erste Behandlung geht, sondern der Verdacht auf einen Rückfall da ist.

In den spezialisierten Krebszentren arbeiten viele Fachleute für die Patientin oder den Patienten zusammen. Viel geschieht aber im Hintergrund, so dass Sie nicht alle Abläufe selbst mitverfolgen können:

  • Die notwendigen Nachuntersuchungen laufen: zum Beispiel die Untersuchung von Blut- und Gewebeproben oder die gründliche Begutachtung der Bilder aus Computertomographie, Ultraschall oder Kernspintomographie.
  • Die zuständigen Ärztinnen und Ärzte fragen alle Untersuchungsergebnisse ab und stellen sie zu einem Befund zusammen.
  • Die zuständigen Ärztinnen und Ärzte stellen den Befund einem „Tumorboard“ oder einer „Tumorkonferenz“ vor, in der Fachleute aus verschiedenen Spezialgebieten ihr Wissen und ihre Erfahrung einbringen.
  • Eventuell wird es vielleicht noch einmal nötig, Fachliteratur oder neue Studiendaten durchzusehen.
  • Die Tumorkonferenz erarbeitet Vorschläge zur Behandlung.
  • Erst dann besprechen die zuständigen Ärztinnen und Ärzte diese Vorschläge mit der Patientin oder dem Patienten.

An allen diesen Abläufen sind außer dem Ärzteteam noch weitere Berufsgruppen in den Labors und Untersuchungsbereichen beteiligt. An der organisatorischen Planung der Behandlung wirken meist Pflegefachleute mit. Im Hintergrund prüfen Zuständige aus der Verwaltung, wie die Kapazitäten in der Ambulanz, auf den Bettenstationen, in den Operationseinheiten oder auch bei notwendigen Großgeräten zur Untersuchung oder Bestrahlung aussehen.

Es ist schwer abzuwarten, wenn Sie sich Sorgen um die Patientin oder den Patienten machen. Versuchen Sie sich abzulenken und konzentrieren Sie sich auf die Dinge, die im Alltag anstehen. Vielleicht können Sie gemeinsam schon einige organisatorische Dinge klären, bevor für die Patientin oder den Patienten die Behandlung beginnt: Überlegen Sie zum Beispiel, wer zeitweilig Aufgaben übernehmen könnte, die zuhause bisher die oder der Betroffene erledigt hat. Nutzen Sie die Zeit auch, um gemeinsam Ihre Fragen an das Ärzteteam vorzubereiten. Nehmen Sie Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe auf – viele bieten auch besondere Angebote für Angehörige.

Diagnostik = Damit sind alle Untersuchungen zur Abklärung einer Erkrankung gemeint.

Befunde = Das sind die Ergebnisse der einzelnen Untersuchungen.

Diagnose = Das ist die Feststellung der Krankheit. Die Ärztinnen und Ärzte prüfen alle Untersuchungsergebnisse und leiten daraus ab, um welche Krebsart es sich handelt.

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