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Familiencoach Krebs
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Krebsfrüherkennung

Von den Angeboten des gesetzlichen Krebsfrüherkennungsprogramms haben Sie sicher schon gehört. Vielleicht sind Sie selbst auch schon regelmäßig zur Kontrolle gegangen.

Wenn man eine Krebserkrankung unmittelbar in der Familie oder im Freundeskreis erlebt, machen sich viele Menschen jedoch erneut Gedanken darüber, welche besonderen Untersuchungen es für sie gibt. Wenn es Ihnen ebenso geht: Hier finden Sie Informationen für sich und gegebenenfalls auch für weitere Familienangehörige.

Wie sieht das gesetzliche Früherkennungsangebot aus?

Einen allgemeinen „Krebstest“ gibt es nicht. Bisher gibt es verlässliche Untersuchungen zur Früherkennung nur für einige Krebsarten: für Darmkrebs, Hautkrebs, Prostatakrebs, Gebärmutterhalskrebs und Brustkrebs. Hat man das Alter erreicht, in dem eine dieser Krebserkrankungen wahrscheinlicher wird, hat man in der Regel auch Anspruch auf die Krebsfrüherkennung.

Wenn Sie auf die Infoboxen klicken, erfahren Sie mehr zu den einzelnen Früherkennungsangeboten.

Auch wenn der Begriff „Krebsvorsorge“ sehr verbreitet ist, so lautet die offizielle und auch inhaltlich korrektere Bezeichnung „Krebsfrüherkennung“.

Viele Krebsarten lassen sich besser behandeln, wenn sie im Frühstadium erkannt werden: Die Therapie von kleinen Tumoren, die sich noch nicht ausgebreitet haben, ist meist weniger belastend. Auch die Heilungschancen sind höher. Das ist allerdings streng genommen keine Krebsvorsorge – denn die Krankheit ist ja schon da, sie wird nur möglichst früh festgestellt.

Es gibt jedoch einige wenige Ausnahmen. Das sind Krebsarten, die erst nach und nach aus zunächst ungefährlichen Vorstufen entstehen. Findet man solche Vorstufen und entfernt oder behandelt sie, entsteht erst gar kein Krebs. Nur dann wird aus der Früherkennung tatsächlich eine Vorsorge.

Aktuell gibt es nur vergleichsweise wenige Tests und Untersuchungen, deren Nutzen wirklich für alle Gesunden bewiesen ist und die deshalb auch Teil des deutschen Früherkennungsprogramms sind. Denn an ein solches Angebot für die gesamte Bevölkerung werden hohe Anforderungen gestellt:

  • Die Untersuchung muss nachweislich dazu führen, dass die Mehrzahl der Untersuchten länger lebt, weil ihre Erkrankung früher erkannt wird und deshalb besser behandelt werden kann.
  • Die Untersuchung muss zuverlässig sein: Sie darf weder zu oft falschen Alarm schlagen – sonst käme es zu häufig zu unnötigen Nachuntersuchungen und womöglich zu unnötigen Behandlungen. Noch darf Krebs zu häufig übersehen werden – sonst würde sie vielen Untersuchten nichts nutzen.
  • Die Untersuchung darf nicht so aufwändig, risikoreich oder belastend sein, dass sie den Nutzen wieder aufwiegt.

Für direkt Verwandte von Krebspatientinnen und Krebspatienten gibt es besondere Beratungsangebote. Denn für sie kann es sinnvoll sein, eventuell früher mit den Untersuchungen zu beginnen: Man weiß, dass bei familiär vererbbarem Krebsrisiko Betroffene oft deutlich jünger erkranken, als es normalerweise der Fall ist.

Wenn Sie mit einer Krebspatientin oder einem Krebspatienten direkt verwandt sind und sich Sorgen um Ihr eigenes Risiko machen:

  • Besprechen Sie sich mit Ihren Hausärztinnen und Hausärzten, mit Frauenärztinnen und Frauenärzten oder Urologinnen und Urologen, wie das gesetzliche Früherkennungsangebot für Sie aussieht.
  • Fragen Sie das Ärzteteam der Patientin oder des Patienten, ob Sie möglicherweise früher als üblich mit den angebotenen Untersuchungen beginnen sollten.

Untersuchungen, bei denen man alle Krebsarten früh erkennen kann, sind bisher leider ein Wunschtraum. Es gibt Krebs, der sich sehr schnell entwickelt. Andere Tumoren machen lange keine Symptome, sie sind nicht zu tasten und werden auch im Ultraschall oder im Röntgenbild erst sichtbar, wenn sie schon relativ groß sind. Daher würde es auch nichts nützen, wenn man sich einmal im Jahr oder sogar öfter von Kopf bis Fuß untersuchen lässt. 

Trotzdem stößt man im Internet und auch in manchen Arztpraxen auf Werbung für regelmäßige Computertomographien, Ultraschalluntersuchungen oder andere Tests zur „Krebsfrühdiagnostik“ – die man natürlich selbst bezahlen soll.

Angeboten werden diese Untersuchungen als „Individuelle Gesundheitsleistungen“, abgekürzt „IGeL“. Ihr Nutzen ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Oder die Untersuchungen sind nicht zuverlässig genug, um als offizielle Früherkennungsuntersuchung anerkannt zu werden. 

Wenn Ihnen ein solches Angebot gemacht wird: Lassen Sie sich beraten, bevor Sie den Auftrag unterzeichnen oder eine Rechnung akzeptieren. Fundierte Informationen erhalten Sie zum Beispiel beim IGeL-Monitor, der vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen finanziert wird: Auf der Webseite finden Sie eine Datenbank mit Untersuchungen und anderen Dienstleistungen, mit Erläuterungen zu Nutzen, Risiken und offenen Fragen. 

Was Ihnen aber guttun kann: Alle Erwachsenen ab 18 Jahre haben Anspruch auf eine Gesundheitsuntersuchung, den „Checkup“. Dabei kontrollieren Ärztin oder Arzt Ihren allgemeinen Gesundheitszustand, messen Ihren Blutdruck und prüfen, ob Sie ein besonderes Risiko für Krebs oder auch Herz-Kreislauf-Krankheiten haben. Sie können sich zudem ganz persönlich beraten lassen, was Ihrer Gesundheit guttut. 

Wenn Sie 35 Jahre und älter sind, können Sie den Checkup alle drei Jahre wiederholen. Außerdem kommen dann noch Untersuchungen des Urins sowie die Messung der Cholesterin- und Blutzuckerwerte hinzu.

Sie allein entscheiden, ob Sie das Angebot der regelmäßigen Krebsfrüherkennung wahrnehmen oder nicht. Wenn Sie nicht oder nicht regelmäßig hingehen, haben Sie keine Nachteile: Sollten Sie Krebs bekommen, werden Sie trotzdem ganz normal behandelt und Ihre Versicherung trägt die Kosten.

Expertinnen und Experten raten aber: Informieren Sie sich über die Vor- und Nachteile der Krebsfrüherkennung, bevor Sie darauf verzichten.

Vielen Dank für Ihre Antwort. Wir werden die Inhalte entsprechend Ihren Angaben anpassen.

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